Schriftdolmetscher/in.

Gehalt:
kein Gehalt
Empfohlener Schulabschluss:
Realschulabschluss
Dauer:
variabel
Im Bereich Dienstleistung, Service:
Ausbildung Schriftdolmetscher/in
  1. Voraussetzungen.

    Das wünscht sich dein Ausbildungsbetrieb:

    • Mindestens einen Realschulabschluss

    • Sehr gute Deutschkenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik

    • Dass du das 10-Finger-System auf der Tastatur beherrschst

    • Computerkenntnisse, vor allem in Word

    Du bist perfekt für den Job, wenn du:

    • Konzentriert und sorgfältig arbeitest

    • Ein gutes Gedächtnis und Gehör hast

    • Sozial kompetent und einfühlsam bist

    • Flexibel bei Arbeitsort und -zeit bist

  2. Deine Aufgaben: Multitasking für Fortgeschrittene.

    Berufsbild Schriftdolmetscher/in

    In der Ausbildung zum/zur Schriftdolmetscher/in wirst du darauf vorbereitet, die gesprochene, deutsche Sprache in Schriftsprache zu übersetzen. In Lehrgängen erlernst du verschiedene Techniken, um mithilfe des Computers bei Vorträgen oder TV-Sendungen live und wortwörtlich das Gesagte mitzuschreiben. Damit bist du eine wichtige Unterstützung für Hörgeschädigte im Alltag.

    Hast du die Ausbildung erfolgreich absolviert, können deine Einsatzgebiete ganz unterschiedlich aussehen. Dein Können wird nicht nur bei Konferenzen, sondern auch bei Vorlesungen an der Uni oder beim Arztbesuch gebraucht. Auch in Gerichtsverhandlungen sind deine Protokollfähigkeiten gefragt.

    Aber wie funktioniert das Schriftdolmetschen genau? Übersetzt du beispielsweise einen Vortrag bei einer Konferenz, verfolgst du aufmerksam das Gesagte und protokollierst es parallel am Computer. Dein Text wird sofort per Beamer auf die Leinwand projiziert, damit hörgeschädigte Gäste oder internationale Besucher das Gesagte leichter mitverfolgen können. Die Arbeit erfordert höchste Konzentration und kann schnell anstrengend werden.

    Bei der Verschriftlichung hast du verschiedene Techniken zur Auswahl. Bist du ein schneller Tipper? Dann bietet sich das klassische 10-Finger-System an, bei dem du aber mindestens 200 bis 300 Anschläge pro Minute schaffen solltest. Schneller bist du mit einer speziellen Stenografie-Tastatur, in die du nur verkürzte Wörter eintippst. Der Computer wandelt die Wörter dann am Bildschirm in einen langen Text um. Die einfachste Technik ist die Spracherkennung, bei der du das Gesagte simultan in eine Stenomaske sprichst und der Computer deine Sprache automatisch in Text umwandelt. Die Maske deshalb, damit du die Umsitzenden nicht störst. Alternativ dolmetschst du auch aus der Ferne per Live-Stream. Je nach Ausbildung wirst du in verschiedenen Techniken genauer geschult.

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  4. Theorie und Praxis: So schaffst du den Einstieg.

    Schriftdolmetscher/in Gehalt

    Die Ausbildung zum/zur Schriftdolmetscher/in ist kein klassischer Ausbildungsberuf, sondern wird von verschiedenen Bildungsträgern in Form von Lehrgängen angeboten. Meistens kannst du diese berufsbegleitend absolvieren, das heißt, du besuchst die Schulungsstätte nur an einem oder mehreren Wochenenden im Monat und trainierst zu Hause mit Übungsaufgaben. Die Kosten der Ausbildung sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Auch die Dauer hängt von der Bildungsstätte ab, ist aber meist nicht länger als ein Jahr.  

    Aber was steht auf dem Kursplan? In theoretischen und praktischen Modulen erlernst du die verschiedenen Dolmetschtechniken. Durch Übungen bekommst du Grundlagen, aber auch Tricks und Kniffe schnell beigebracht: Welche Mnemotechniken gibt es? Wie schreibt man richtig und schnell? Wie erstellt man Live-Untertitel mit Spracherkennung? Aber auch mit dem Thema Hörschädigung setzt du dich auseinander, zum Beispiel erlernst du Grundlagen der Gebärdensprache. Dazu wirst du in spezieller Software geschult, zum Beispiel Plattformen zum Online-Dolmetschen. Bei manchen Bildungsträgern ist ein Praktikum Teil der Ausbildung, bei dem du das Gelernte gleich anwenden kannst. Die Ausbildung schließt du mit einer Prüfung ab.

    Hast du das Zertifikat in der Tasche, kannst du bei Vermittlungsagenturen oder Fernsehsendern arbeiten. Aber auch als Freiberufler/in hast du gute Chancen, denn das Berufsfeld ist jung und Schriftdolmetscher/innen sind gefragt. Willst du deine Chancen vergrößern, kannst du dich auch weiterbilden, zum Beispiel indem du die Gebärdensprache erlernst.

  5. Dein Arbeitsumfeld: Dort arbeiten, wo du gebraucht wirst.

    Schriftdolmetscher/in Bilder

    Ob in Konferenzräumen, Gerichtssälen oder bei Ämtern – wo auch immer du bist, du bist flexibel und multitaskingfähig. Während du das eben Gesagte aufschreibst, musst du schon die nächsten Informationen aufnehmen und dir merken. Wenn dabei noch Nebengeräusche ablenken können, ist höchste Konzentration gefragt. Eine gute Vorbereitung ist dabei die halbe Miete. Kennst du dich mit dem Thema einer Tagung und denn verwendeten Fachbegriffen schon aus, fällt dir das Dolmetschen leichter. Dass deine Rechtschreibung fehlerfrei sein muss, ist dir bestimmt klar.

    Deine Arbeitszeiten richten sich nach den Personen und Veranstaltungen, für die du dolmetschst. Du bist also auch oft am Wochenende oder abends unterwegs. Da die Tätigkeit sehr anstrengend ist, wirst du aber nicht acht Stunden am Stück dolmetschen können. Deswegen arbeitest du bei längeren Konferenzen oft im Team und wechselst dich mit Kollegen ab. Wenn du schon während deiner Ausbildung Kontakte zu den anderen angehenden Schriftdolmetschern/innen knüpfst, kannst du später im Berufsleben auf dieses wertvolle Netzwerk zurückgreifen. Nicht nur unter Kollegen ist Teamfähigkeit gefragt – vor allem wenn du einzelne Personen im Alltag unterstützt, zählt eine hohe soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen.

  6. Dein Ausbildungsgehalt.

    Leider erhältst du im Rahmen dieser Ausbildung keine Vergütung. Vor allem in schulischen Ausbildungen ist das meist üblich, da du neben deinem theoretischen Unterricht nicht auch wie in der dualen Ausbildung im Betreib arbeitest. Häufig zahlst du an der Berufsfachschule sogar noch Gebühren – zum Beispiel um zu Prüfungen zugelassen zu werden. Aber keine Sorge: Du wirst hier nicht allein gelassen, denn du kannst Förderungen wie zum Beispiel BAföG beantragen.

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