BAföG im dualen Studium
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BAföG im dualen Studium

Was ist dieses BAföG überhaupt?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, ist dazu da, dass du eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen kannst, auch wenn deinen Eltern nicht genug verdienen, um dich mitzufinanzieren. BAföG wird meist zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsfreies Darlehen gewährt.

Hast du als dualer Student überhaupt Anspruch auf BAföG?

Eins vorweg: Bei einem dualen Studium haben Studierende Anspruch auf BAföG. Denn bei der Förderung wirst du vorrangig als Student gesehen und kannst deswegen grundsätzlich BAföG beantragen. Wie du dir aber bereits gedacht hast, kommt jetzt das große ABER.

Das Problem ist, dass du während des dualen Studiums in der Regel eine Ausbildungsvergütung bekommst. Das gezahlte Gehalt wird auf den Förderbetrag angerechnet und übersteigt oftmals den BAföG-Freibetrag von 400 Euro.

Neben dem Gehalt kann außerdem ein duales Studium an einer Berufsakademie problematisch sein. Studierst du an einer Berufsakademie in Hamburg, Hessen oder Niedersachsen sowie deren Außenstellen, dann ist eine Förderung nicht möglich. Am besten informierst du dich also vorab an deiner Berufsakademie oder Hochschule, wie es mit einer BAföG-Förderung aussieht.

Voraussetzungen für die BAföG-Förderung

Du kannst für dein duales Studium einen BAföG-Antrag stellen, wenn du

  • die deutsche Staatsangehörigkeit oder einen aufenthaltsrechtlichen Status hast.

  • bei Beginn des Studiums jünger als 30 bist.

  • vor dem dualen Studium keine Ausbildung abgeschlossen hast, die gefördert werden kann.

Gerade wegen des letzten Punkts musst du darauf achten, welche Art des dualen Studiums du anfangen möchtest. Während die Förderung bei einem ausbildungs- oder praxisintegriertem dualen Studium also durchaus möglich ist, sind berufsbegleitende und berufsintegrierende duale Studiengänge von der Förderung ausgeschlossen.

Wie beantragt man BAföG für das duale Studium?

Zunächst stellst du einen schriftlichen Antrag beim BAföG-Amt. Du und deine Eltern müssen die verschiedenen Formulare, die zum Antrag gehören, ausfüllen sowie alle gefragten Nachweise einreichen. Welche das genau sind, erfährst du entweder im entsprechenden Formular oder direkt auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Allgemein lohnt es sich immer einen Antrag zu stellen, um einen eventuellen Anspruch feststellen zu lassen. Schließlich wird über die Förderung individuell entschieden.

Muss BAföG zurückgezahlt werden?

Du hast Studenten-BAföG bekommen? Glückwunsch! Doch wie läuft das mit der Rückzahlung ab? Da die Hälfte der Förderung als Darlehen gewährt wird, musst du am Ende also 50 Prozent zurückzahlen, doch nie mehr als 10.000 Euro. Diese Regel gilt auch für Auslands-BAföG. Aber immer mit der Ruhe – die Rückzahlungspflicht beginnt erst fünf Jahre nach dem Ende deiner Regelstudienzeit.

Für die Rückzahlung des Darlehens hast du 20 Jahre Zeit. Die beliebteste Variante ist die monatliche Ratenzahlung. Du zahlst dann immer für drei Monate im Voraus. Zahlst du den geforderten Betrag vorzeitig und alles auf einmal zurück, dann kannst du Rabatt auf deine BAföG-Rückzahlung bekommen.

Für die Rückzahlung ist jedoch nicht dein BAföG-Amt zuständig, sondern das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln. Es ist daher wichtig, dass du dort immer deine aktuelle Adresse hinterlegst. Das kannst du ganz einfach über die Internetseite des BVA machen. Denn Achtung! Muss deine Anschrift erst ermittelt werden, musst du Gebühren zahlen – denn du sorgst damit für eine Verzögerung der BAföG-Rückzahlung.

Und was passiert bei Studienabbruch?

Nach kurzer Zeit hast du gemerkt, dass das duale Studium doch nicht das Richtige für dich ist? Mach dir keinen Kopf! Vor allem nicht um das BAföG. Ein Studienabbruch beeinflusst die BAföG-Rückzahlung insofern nicht, als dass du auch nur den Darlehensanteil zurückzahlen musst, also 50 Prozent von dem erhaltenen Geld.

Ist eine Auslandsförderung möglich?

Für die Zeit eines Auslandsaufenthalts kannst du möglicherweise Unterstützung in Form von Auslands-BAföG beziehen. Das musst du etwa sechs Monate vor deinem geplanten Auslandsaufenthalt beantragen. Genau wie im Inland auch bekommst du eine Hälfte als Zuschuss und die andere als Darlehen. Die Lebenshaltungskosten im Gastland, wie zum Beispiel in Großbritannien, sind besonders hoch? Dann gibt es zusätzlich Geld, was du nicht zurückzahlen musst. Außerdem gibt es noch diese Zuschläge:

  • monatlicher Auslandszuschlag
  • nachweisbar notwendige Studiengebühren
  • Kosten für die Fahrten zum Ausbildungsort
  • Krankenversicherung

Egal, ob es sich nun um ein Auslandspraktikum oder ein Auslandsemester während deines dualen Studiums handelt, um gefördert zu werden, musst du dich mindestens sechs Monate oder ein Semester, also zwölf Wochen, im Ausland aufhalten.

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