Steuererklärung im dualen Studium: Lohnt sich das?
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Steuererklärung im dualen Studium: Lohnt sich das?

Wer kann Ausbildungskosten von der Steuer absetzen?

Laut der aktuellen Rechtslage ist jeder berechtigt, seine Ausbildungskosten steuerlich abzusetzen – egal ob Erstausbildung oder jede weitere. Unterschiede gibt es erst dann, wenn es darum geht, ob die Ausbildungskosten als Sonderausgaben oder Werbungskosten einzuschätzen sind.

Sonderausgaben vs. Werbungskosten

Da du sowohl in der dualen Ausbildung als auch im dualen Studium Geld verdienst, handelt es sich aus rechtlicher Sicht um ein Ausbildungsdienstverhältnis. Das bedeutet, dass du der normalen Besteuerung unterliegst und somit auch alle Ausbildungskosten unbegrenzt als Werbungskosten geltend machen darfst. Handelt es sich jedoch um eine schulische Ausbildung, kannst du deine Kosten „nur“ als Sonderausgaben bis 6.000 Euro absetzen.

How to Steuererklärung

Auch wenn du im dualen Studium vergütet wirst, entstehen natürlich gleichzeitig Kosten – entweder durch Fahrtwege, Verpflegungsmehraufwand, Fachliteratur oder Studiengebühren. All das kann als Werbungskosten abgesetzt werden und wirkt somit steuermindernd. Es ist also wichtig zu wissen, wie welche Kosten abgesetzt werden können:

Studiengebühren

Du musst Studiengebühren für dein duales Studium abdrücken? Dann kannst du diese genauso wie Semester-, Prüfungs- und Zulassungsgebühren als Werbungskosten geltend machen.

Bildungskredit

Logischerweise kannst du deinen Bildungskredit an sich nicht absetzen – aber die Schuldzinsen. Diese Regelung gilt auch, wenn du erst anfängst, das Darlehen nach deinem Abschluss zurückzuzahlen.

Wohnungskosten

Nicht nur für duale Studenten ist es möglich, die Kosten für die Mietwohnung steuerlich abzusetzen. Auch Azubis dürfen das. Dafür gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

  • Miete als Sonderausgaben: Eigentlich kannst du als dualer Student nur deine Ausbildungskosten als Sonderausgaben angeben. Das Bundesfinanzministerium hat jedoch festgelegt, dass die Kosten für das Studentenzimmer auch anerkannt werden – Zweitwohnsitz hin oder her.

  • Miete als Werbungskosten: Befindet sich beispielsweise deine Hochschule an einem anderen Ort als dein Erstwohnsitz, kannst du dir die Übernachtungskosten anrechnen lassen – das bedeutet, dass du Miete, Nebenkosten und Mehraufwendungen für die Verpflegung abrechnen darfst. Aber nur dann, wenn du als Erstwohnsitz kein kostenloses Zimmer bei deinen Eltern hast!

Fahrtkosten

Die Wege zu deiner Hochschule kannst du als Fahrten zur regelmäßigen Arbeitsstätte absetzen. Hierfür gibt es pro Entfernungskilometer 30 Cent. Fährst du mit den Öffentlichen, kannst du auch diese Kosten, bis zu 4500 Euro im Jahr, in der Steuererklärung geltend machen. Auch die Fahrten zum Ausbildungsbetrieb kannst du abzusetzen. Die Kosten je Kilometer zählen dann als Dienstreise.

Verpflegungskosten

Deine Ausbildungsunternehmen schickt dich in der Praxisphase auf Dienstreise? Sehr cool! Doch was, wenn dein Chef die Kosten für Übernachtung und Verpflegung nicht übernimmt? Sehr uncool!

Ist dies jedoch nun mal die Realität, dann kannst du für eine Dienstreise, die länger als acht Stunden dauert, 12 Euro als Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Du bist länger als acht Stunden unterwegs? Dann gibt es 24 Euro - und pro An- und Abreisetag generell nochmal 12 Euro obendrauf.

Weitere Werbungskosten

Auch Fachliteratur, Bürobedarf, Semestertickets, PC oder Laptop können abgesetzt werden. Letztendlich kannst du also versuchen, so gut wie alles, was zum dualen Studium gehört, steuerlich anrechnen zu lassen.

Alles sehr verwirrend? Wende dich am besten an deine Eltern, einen Lohnsteuerhilfeverein oder aber einen Steuerberater!

BAföG-Anspruch dank der Steuererklärung?

Wie du sicherlich bereits in unserem Artikel zum Thema BAföG gelesen hast, kommen viele duale Studenten mit ihrem Gehalt über die Höchstverdienstgrenze. Um doch noch BAföG zu beziehen, lohnt es sich aber, eine Steuererklärung auszufüllen – denn wenn deine Werbungskosten sehr hoch ausfallen, fällt dein letztendliches Bruttogehalt vielleicht sogar unter die Höchstverdienstgrenze.

Hier ein Beispiel:

Brutto-Jahresgehalt: 8400 Euro

Werbungskosten: -4800 Euro

Endgehalt: 3600 Euro = BAföG-berechtigt

Wenn du deinen Steuerbescheid zurückbekommst und tatsächlich förderungsfähig bist, dann reichst du diesen einfach beim BAföG-Amt ein und bekommst nachträglich noch eine Förderung. Ka-Ching!

Check-Box für deine Steuererklärung

  • Alle Belege aufgehoben?
  • Ist deine Erstwohnung kostenfrei oder zahlst du mindestens zehn Prozent der Miete und Nebenkosten?
  • BAföG-Anspruch gecheckt?

>> Hier erfährst du, welche Finanzspritzen es sonst noch im dualen Studium gibt

>> Hier findest du offene duale Studienplätze

>> Hier kannst du dich über das Gehalt im dualen Studium informieren

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