Staatlich nicht-anerkannte Ausbildung
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Staatlich nicht-anerkannte Ausbildung

Anerkannt vs. nicht-anerkannt

Staatlich nicht-anerkannte Ausbildung. Das klingt erstmal nach etwas Negativem. Welche Ausbildungsberufe anerkannt sind und welche nicht sowie die Rechte und Pflichten als Auszubildender regelt das Berufsbildungsgesetz, kurz BBiG. Auf Basis dieses Gesetzes gibt es wiederum Ausbildungsordnungen für derzeit etwa 350 Berufe. Diese regeln die sachliche und zeitliche Gliederung.

Das klingt schon alles sehr bürokratisch und genau das ist manchmal das Problem. Vor allem wegen der Digitalisierung wandelt sich die Arbeitswelt schnell. Neue Kenntnisse und Fähigkeiten werden gebraucht, wodurch neue Berufsbilder entstehen. Werden diese Berufe längerfristig benötigt, werden Ausbildungsordnungen für entsprechende Ausbildungsberufe erlassen. Bis das passiert, werden aber bereits Fachkräfte gebraucht. Und da kommen die nicht-anerkannten Ausbildungen ins Spiel.

Gründe für eine staatlich nicht-anerkannte Ausbildung

Es gibt also gute Gründe für Unternehmen, nicht-anerkannte Ausbildungen anzubieten. Einige davon haben wir hier aufgelistet:

  • Neues Berufsfeld: Bereits jetzt gibt es Berufe, die wir uns noch gar nicht als solche vorstellen können. Zum Beispiel ist eine Ausbildung zum/zur Yogalehrer/in staatlich nicht geregelt und somit auch kein anerkannter Ausbildungsberuf. Dennoch wird Yoga immer beliebter und Yogalehrer/innen werden verstärkt gebraucht.

  • Veraltetes Berufsfeld: Manche Berufe sind fast ausgestorben – oder kennst du heute noch viele Schriftsetzer/innen? Für solche Berufe gibt es keine Ausbildungsordnung mehr, aber manche Betriebe bilden noch in diesen seltenen Handwerken aus.

  • Extrem speziell: Außerdem kann es sein, dass die Aufgaben und Anforderungen eines Betriebs an sich sehr speziell sind. Auch dann kommt eher eine nicht-anerkannte Ausbildung infrage, um dir die speziellen Aufgaben zu vermitteln.

Achtung! Eine Ausbildung in einem nicht anerkannten Beruf kannst du erst ab 18 Jahren machen!

Ablauf einer nicht-anerkannten Ausbildung

Im Prinzip funktioniert eine nicht-anerkannte Ausbildung wie eine duale Ausbildung: Die Kollegen bringen dir das notwendige Know-how bei, damit du schnell im Tagesgeschäft des Unternehmens Aufgaben übernimmst. Jedoch besuchst du keine Berufsschule. Stattdessen kann es sein, dass das Unternehmen dich zu Schulungen und Seminaren schickt, um deine Fertigkeiten zu verbessern.

Zudem brauchst du bei einer nicht-anerkannten Ausbildung auch keine Abschlussprüfung vor einer Kammer ablegen. Das bedeutet aber auch, es gibt kein offizielles Ausbildungszeugnis. Manche Unternehmen stellen aber ein betriebliches Zeugnis aus. Damit kannst du in deiner Branche deine Kenntnisse nachweisen.

Akzeptanz einer nicht-anerkannten Ausbildung

Innerhalb deiner gewählten Branche wird auch eine nicht-anerkannte Ausbildung akzeptiert. So haben zum Beispiel Make-up-Artists in der Kosmetikbranche in der Regel nichts zu befürchten. Problematisch kann es erst werden, wenn du mal arbeitslos wirst. Du giltst dann als ungelernt. Es kann deswegen länger dauern, bis du wieder eine Stelle findest. Außerdem setzen einige Weiterbildungen und Umschulungen einen anerkannten Berufsabschluss voraus.

Wenn du also überlegst, eine nicht-anerkannte Ausbildung zu machen, dann schau dir vor allem die Ausbildungsinhalte und die Zukunftschancen genau an.

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