Duales Studium – Vorteile und Nachteile abwägen
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Duales Studium – Vorteile und Nachteile abwägen

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Deine Eltern sagen, dass das duale Studium eine super Chance für deine Karriere ist, aber deine Cousine, die gerade mittendrin steckt, jammert, dass sie gar keine Freizeit mehr hat. Du hast vielleicht schon vom einen oder anderen Vor- und Nachteil eines dualen Studiums gehört, jetzt möchtest du aber gerne einen Gesamtüberblick erhalten. Deswegen sind im Folgenden einmal die fünf schlagkräftigsten Argumente für ein duales Studium aufgeführt, aber auch vier Nachteile, die du nicht außer Acht lassen solltest.

Die 5 Vorteile sind:

  • Große Praxisnähe
  • Mehrere Abschlüsse in kürzerer Zeit
  • Bessere Studienfinanzierung durch eigenes Gehalt
  • Sehr gute Studienbedingungen
  • Sehr gute Übernahme- und Arbeitsmarkt-Chancen

Die 4 Nachteile sind:

  • Hohe Arbeitsbelastung
  • Wenig Wissenschaftlichkeit
  • Abbruch des dualen Studiums schwer möglich
  • Festlegung auf einen Arbeitsbereich

Die 5 Vorteile eines dualen Studiums

Fangen wir mit dem Positiven an und schauen, welche Vorteile das duale Studium für dich bereithält.

Große Praxisnähe im dualen Studium

Der Hauptvorteil in deinem dualen Studium ist der große Bezug zur Praxis. Das heißt, alles, was du im Studium theoretisch lernst, setzt du in deiner Arbeit um. Genau diesen Vorteil vermissen viele Studenten in einem Vollzeit-Studium, da sie während ihres Studiums nicht wissen, wie anschließend ihre Arbeit aussehen kann. Du weißt hingegen, wie zum Beispiel im dualem Studium Accounting und Controlling eine elektronische Abschlussprüfung erfasst wird. Und in deinem dualen Studium Maschinenbau ist dir klar, warum du in der Werkhalle einen Schutzhelm tragen und die Sicherheitsvorschriften kennen solltest. Durch den starken Praxisbezug fällt es dir wahrscheinlich auch leichter, für Prüfungen zu lernen, da du Fachausdrücke in deiner täglichen Arbeit hörst, anstatt sie nur auswendig zu lernen.

Mehrere Abschlüsse in kürzerer Zeit

In einem dualen Studium, das ausbildungsintegrierend stattfindet, erwirbst du nach Ende des dualen Studiums zwei Abschlüsse, nämlich den staatlich anerkannten Abschluss deiner Ausbildung sowie einen Bachelor-Abschluss. Normalerweise dauert eine Ausbildung zwei bis drei, manchmal sogar dreieinhalb Jahre, und ein Bachelor-Studium in Vollzeit auch drei bis vier Jahre. Würdest du also zuerst eine Ausbildung und dann noch ein Studium absolvieren, dauert das in der Regel minimal fünf, meistens jedoch sechs bis sieben Jahre. In einem dualen ausbildungsintegrierenden Studium kombinierst du diese beiden Abschlüsse miteinander und die gesamte Ausbildungszeit verkürzt sich auf vier bis fünf Jahre.

Bessere Studienfinanzierung durch eigenes Gehalt

Ein weiterer Vorteil beim dualen Studium ist, dass du bereits ein geregeltes Einkommen hast. Während Vollzeitstudenten oftmals unbeliebte Nebenjobs annehmen müssen, verdienst du in deinem Ausbildungsunternehmen dein eigenes Geld. Das ist zwar nicht viel mehr als in einer Ausbildung, jedoch übernehmen manche Unternehmen deine Studiengebühren oder du profitierst von weiteren Benefits wie Vergünstigungen oder Firmenlaptops. Da du auch eingeschriebener Student bist, kannst du in deiner Freizeit deinen Studentenausweis nutzen und günstiger ins Kino oder Schwimmbad kommen.

Sehr gute Studienbedingungen

Die meisten dualen Studiengänge finden in Kooperation zwischen Unternehmen und privaten Fachhochschulen oder Akademien statt. Dein Vorteil ist hierbei, dass diese Hochschulen weniger Studenten haben als staatliche Universitäten und oftmals sehr gut ausgestattet sind. Du wirst also während deines Studiums kaum mit 400 anderen Kommilitonen in einer Vorlesung sitzen, sondern hast vorwiegend Seminare mit einer Stärke von 20 bis 40 Teilnehmern. Deine Professoren kennst du damit nach dem ersten Semester meist persönlich und hast dadurch eine sehr gute Studienbetreuung.

Sehr gute Übernahme- und Arbeitsmarkt-Chancen

Last but not least: Nach einem dualen Studium bist du klarer Sieger auf dem Arbeitsmarkt. Du hast nicht nur ein Studium in der Tasche, sondern auch noch jede Menge Praxiserfahrung – was will sich ein Arbeitgeber mehr wünschen? Zusätzlich steckt dein Ausbildungsunternehmen sehr viel Geld in deine Ausbildung und möchte davon auch später profitieren. Eine Übernahme nach deinem dualen Studium ist deswegen sehr wahrscheinlich. Während sich Vollzeitstudenten am Ende ihres Studiums bewerben und sich umschauen müssen, kannst du entspannt mit jeder Menge Wissen in deinen Job starten.

Die 4 Nachteile eines dualen Studiums

Das duale Studium hört sich also ziemlich gut an. Aber es gibt auch Nachteile, die man nicht unbeachtet lassen sollte.

Hohe Arbeitsbelastung

Zwei Abschlüsse in kürzerer Zeit bedeuten auch die gleiche Arbeit in weniger Zeit. Dir sollte deswegen bei einem dualen Studium bewusst sein, dass diese Zeit sehr intensiv werden wird und nichts für Weicheier ist. Schließlich studierst und arbeitest du gleichzeitig und hast damit eine hohe Doppelbelastung. Das heißt, nach deiner Arbeit oder am Wochenende musst du noch für Prüfungen lernen und Hausarbeiten schreiben. Und während Vollzeitstudenten in ihren Semesterferien chillen, hast du keine Semesterferien, sondern meistens nur 21 bis 30 Urlaubstage im Jahr.

Wenig Wissenschaftlichkeit

Da das duale Studium in kürzerer Zeit viel abarbeiten muss, ist es sehr straff organisiert. Das heißt, deine Fachhochschule legt den größten Teil deines Stundenplans fest und du hast wenig Wahlmöglichkeiten. Auch können Themen aufgrund der kurzen Zeit meist nur oberflächlich behandelt werden. Möchtest du also mehr in die Tiefe gehen und auch mal eigene Überlegungen anstellen, ist das in einem dualen Studium eher schwierig.

Abbruch des dualen Studiums schwer möglich

Dein Ausbildungsbetrieb steckt meist sehr viel Geld in dein duales Studium und die einzelnen dualen Studiengängen sind spezifisch auf Unternehmen ausgerichtet. Dadurch ist es schwierig, das duale Studium abzubrechen oder zu wechseln. Manchmal kann es auch sein, dass das Unternehmen die Kosten für deine Ausbildung bei einem Abbruch zurückverlangt.

Festlegung auf einen Arbeitsbereich

Ein weiterer Nachteil ist, dass du dich durch ein duales Studium sehr auf einen Arbeitsbereich festlegst. Ein Vollzeitstudium ist insgesamt breiter ausgerichtet und du kannst durch Praktika in verschiedenen Unternehmen und unterschiedlichen Bereichen Einblicke sammeln. Dein duales Studium ist hingegen jedoch sehr auf einen Fachbereich spezialisiert und du sammelst vorwiegend praktische Erfahrungen.

Vor- und Nachteile eines dualen Studiums persönlich abwägen

Nun hast du dir einen Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile eines dualen Studiums verschafft. Doch was heißt das jetzt für dich persönlich? Haben dich alle Argumente überzeugt? Und wie sollst du jetzt entscheiden? Wichtig ist, dass du für dich selbst die Vor- und Nachteile des dualen Studiums abwägst. Findest du, dass die Nachteile schwerer wiegen als die Vorteile? Oder ist für dich wenig Wissenschaftlichkeit vielleicht gar kein Nachteil, sondern sogar eher ein Vorteil? Kommt ein duales Studium damit für dich in Frage, solltest du auswählen, in welchem Bereich du dieses absolvieren möchtest. Dabei kann dir unser Beruf-Check weiterhelfen. Hast du schon einen Bereich gewählt, kannst du dich in der Rubrik Duale Studiengänge über freie duale Studienplätze informieren und dir einen Überblick über die Unternehmen verschaffen.

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