Floskeln im Bewerbungsschreiben Ausbildung

Floskeln im Bewerbungsschreiben Ausbildung

„Hiermit bewerbe ich mich auf die Ausbildung zum/zur ...“ – beginnst du dein Bewerbungsschreiben mit dieser abgedroschenen Floskel, kannst du sicher sein, dass du den Ausbildungsplatz nicht bekommen wirst. Personaler haben diesen ersten Satz schon an die 1.000 Mal gelesen und werden so sicher nicht von deiner Kreativität und deinem Engagement überzeugt. Erfahre hier, was die absoluten No-Gos im Anschreiben für eine Ausbildung sind.

  1. Der erste Satz im Bewerbungsschreiben

    Der erste Satz ist immer schwer – egal, ob beim Aufsatz in der Schule oder eben beim Bewerbungsschreiben für die Ausbildung. Wichtig ist hier, dass du nicht auf die üblichen Floskeln wie „...begeistert habe ich Ihre Stellenanzeige...“ oder „Hiermit bewerbe ich mich...“ zurückgreifst. Der Grund liegt auf der Hand: Die Person, die deine Bewerbung lesen wird, hat eine Vielzahl Anschreiben zu lesen. Unoriginalität, leere Phrasen und eben die Standardfloskeln fallen hier direkt auf. Der erste Eindruck ist aber oft entscheidend und bestimmt, ob der Personaler sich das Anschreiben und den Lebenslauf durchliest oder die Bewerbung gleich auf dem Absage-Stapel landet.

    Ein weiteres Argument gegen die üblichen ersten Sätze ist, dass die besagte Ausbildungsstelle bereits in der Betreffzeile erwähnt wird. Der Leser weiß also, um was es geht und muss nicht mit einer Wiederholung gelangweilt werden.

    Wie geht es besser?

    Eine Möglichkeit ist, das Unternehmen besonders hervorzuheben. Hier geht es nicht darum, dem Personaler Honig um den Mund zu schmieren, sondern zu zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast:

    • Was reizt dich daran besonders?
    • Bist du Fan der Produkte?
    • Findest du die Firmenphilosophie ansprechend?
    • Gibt es Benefits, die dich reizen?

    Ein Blick auf die Webseite des Unternehmens ist eine gute Möglichkeit, um mehr über das Unternehmen zu erfahren. Wenn du beschreibst, was du am Unternehmen toll findest, lohnt es sich, ehrlich zu sein. So stichst du aus der Masse der Bewerber heraus und der Personaler kann deine Leidenschaft für die Ausbildung erkennen.

    Eine weitere Möglichkeit ist, gleich zu Anfang auf deine Qualifikationen einzugehen. Ein möglicher Einstieg wäre also zum Beispiel

    ...für die Ausbildung zum ... bringe ich Talent in Sachen... mit.

    So schaffst du auch einen fließenden Übergang zu deinen Qualifikationen, Talenten und bisherigen Erfahrungen. Die Devise im Anschreiben lautet nämlich: Verschwende weder Platz noch Worte – komm gleich zur Sache!

  2. Häufige Eigenschaften

    „Ich bin teamfähig, flexibel und kommunikativ.“ Derartige Aneinanderreihungen von Eigenschaften wirken nicht nur gekünstelt, sondern auch nach beliebig ausgewählten Standardfloskeln. Besser ist es hier, die sogenannten Soft Skills, also persönliche Fähigkeiten, anhand von Beispielen zu belegen:

    • Teamfähigkeit kannst du anhand dessen belegen, dass du seit Kindertagen Mannschaftssport betreibst oder lange betrieben hast.

    • Ausdauer, Disziplin und Ehrgeiz lassen sich auch gut an Sport ableiten.

    • Verantwortungsbewusst bist du vielleicht, weil du öfter auf deine kleineren Geschwister aufgepasst hast oder babysittest.

    • Kreativität untermauerst du, wenn du besonders gut malen, basteln oder deine eigenen Outfits nähen kannst.

    Benutze also keine leeren Worthülsen, sondern versuche es so:

    Als Mitglied unserer Fußballmannschaft weiß ich, wie wichtig es ist, sich im Team aufeinander verlassen zu können und Termine, wie Trainings, pünktlich einzuhalten.

    Du siehst schon, Soft Skills werden nicht anhand von Noten oder Zeugnissen gemessen. Hier ist also Platz, deine Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen und Ehrenämter, Auszeichnungen, Hobbys, besondere Talente und außergewöhnliche Erfahrungen zu nennen. So bekommt der Personaler ein besseres Bild deiner Person und kann entscheiden, ob du ins Team passt oder nicht.

    Es versteht sich, dass du dich hier auf Eigenschaften konzentrierst, die für die Ausbildung relevant sind. Als KFZ-Mechatroniker ist es beispielsweise nur bedingt wichtig, dass du bereits eine App programmiert hast. Das wäre im IT-Bereich dafür von besonderem Interesse.

    Tipp

    Wenn es dir schwerfällt, deine Stärken und Schwächen zu benennen, hol dir Rat von deinen Freunden: Sie können dir bei der Einschätzung helfen, denn Selbst- und Fremdwahrnehmung können auseinandergehen.

  3. Häufig verwendete Floskeln laut LinkedIn-Studie

    1. Spezialisiert
    2. Führungsqualitäten
    3. Strategisch
    4. Fokussiert
    5. Expertenwissen
    6. Erfahren
    7. Leidenschaftlich
    8. Innovativ
    9. Kreativ
    10. Verantwortungsvoll
  4. Fehlerquellen am Schluss

    Du denkst, nun hast du die schlimmsten Fehler vermieden und setzt fröhlich „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören“ unter dein Anschreiben? Vorsicht: Auch in der Abschiedsformel gibt es einiges zu beachten! Solche im Konjunktiv formulierten Floskeln wirken unsicher und schüchtern. Wenn du dich wirklich freust, kannst du das geschickter zum Ausdruck bringen:

    Ich freue mich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Gerne möchte ich Sie im persönlichen Interview von meinen Fähigkeiten und meiner Motivation für die Ausbildung zum/zur ... überzeugen.

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