Stärken und Schwächen: Nobody is perfect
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Stärken und Schwächen: Nobody is perfect

Warum fragen Personaler nach Stärken und Schwächen?

Warum fragen Personaler nach Stärken und Schwächen?

Jeder Mensch könnte wahrscheinlich auf Anhieb zahlreiche Stärken und Schwächen nennen – die Frage ist nur, ob es relevant für deinen Gesprächspartner ist, dass du an der Playstation der King bist, oder ob es so clever ist, im Vorstellungsgespräch rauszuhauen, dass du ein Morgenmuffel bist. Im Prinzip geht es also darum, dass du intelligent antwortest und Stärken angibst, die für den Beruf relevant sind, sowie Schwächen, die man in eine Stärke umwandeln kann. Außerdem wollen Personaler zum einen sehen, ob du dir im Vorfeld in fünf Minuten irgendwelche Antworten zusammengegoogelt hast oder ob du relativ spontan und authentisch antwortest. Und ob du dich in Stress versetzen lässt, wenn sie nachhaken!

Stärken und Schwächen im Anschreiben

Stärken und Schwächen im Anschreiben

Deine Stärken wirst du in deinem Anschreiben automatisch nennen, um dem Personaler oder deinem zukünftigen Chef ein möglichst genaues und gutes Bild von dir zu vermitteln. Hier ist es wichtig, dass du nicht nur typisch floskelhaft schreibst, dass du teamfähig, motiviert und organisiert bist, sondern konkret darauf eingehst, in welchen Situationen du das gezeigt hast – zum Beispiel, indem du schreibst: „Meine Teamfähigkeit stelle ich unter anderem seit acht Jahren in meinem Fußballverein als aktiver Spieler und seit diesem Jahr als Trainer der F-Jugend unter Beweis.“ Deine Schwächen kannst du in deiner Bewerbung getrost weglassen – sie kommen im Vorstellungsgespräch früh genug zur Sprache.

Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Bei den Schwächen gilt: Sei ehrlich, aber nicht zu ehrlich, und erkläre am besten direkt, wie du konstruktiv damit umgehen willst. Sagst du zum Beispiel, dass du manchmal zu viele Dinge auf einmal machen willst – was chaotisch wirken kann –, erklärst du am besten direkt im Anschluss, dass du dir daher immer selber Deadlines setzt und genau planst, was du wann machen möchtest.

Gut ist es, wenn du einschränkende Worte wie „manchmal“, „in Ausnahmesituationen“, „ab und an“ verwendest, um zu signalisieren, dass es keine in Stein gemeißelte Eigenschaft ist und sich durchaus ändern kann. Ehrlichkeit ist übrigens angebracht, wenn dir Fertigkeiten fehlen, die direkt für die Stelle relevant sind. Denn es wird ja nicht erwartet, dass du alles schon kannst – die Ausbildung ist dazu da, etwas zu lernen. Also: Wenn du dich als Kaufmann/frau für Büromanagement bewirbst, kannst du ruhig zugeben, dass du noch nicht perfekt im 10-Finger-System schreiben kannst, aber es unbedingt schnell lernen willst und dich auf das Know-how deiner Kollegen freust.

Gos und No-Gos

Gos und No-Gos

Diese Liste ist nur als Anregung gedacht – wenn du authentisch sein willst, ist es wichtig, dass du dir eigene Antworten überlegst. Nichts langweilt Personaler mehr, als wenn sie das Gefühl haben, dass du einen Bewerbungsratgeber auswendig gelernt hast.

Starke Stärken:

„Ich möchte immer wieder etwas Neues lernen. Deshalb habe ich begonnen, neben der Schule einen Spanisch-Kurs zu besuchen.“

„Ich bin sehr kommunikativ und kann gut verschiedene Meinungen unter einen Hut bringen. Das habe ich unter anderem als Klassensprecher im letzten Jahr bewiesen.“

„Bei meinem Nebenjob als Babysitter habe ich schnell gelernt, dass Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein unerlässliche Eigenschaften sind, sei es beruflich oder privat.“

„Ich bin sehr kritikfähig – wenn mir zum Beispiel nach einer Klassenarbeit die Bewertung nicht ganz klar ist, frage ich genau nach. Schließlich will ich ja dazulernen und besser werden.“

„Mich zeichnet Zielstrebigkeit aus. Nachdem ich gewusst hatte, dass ich für den gewünschten Ausbildungsplatz einen Realschulabschluss brauche, habe ich Gas gegeben und dafür Treffen mit meinen Freunden ausgelassen – aber wenn ich etwas wirklich möchte, ist es mir das absolut wert.“

Starke Schwächen:

„Ich fühle mich nicht besonders wohl, wenn ich vor vielen Leuten sprechen muss. Um die Angst loszuwerden, habe ich mir im letzten Jahr bei Gruppenarbeiten in der Schule angewöhnt, mich freiwillig als Vortragender zu melden – seitdem wird es immer besser.“

„Ich setze mich manchmal selber unter Druck und bin mit mir unzufrieden, wenn ich etwas nicht schaffe, zum Beispiel eine bestimmte Schulnote.“

„Mir fällt es, wenn viele Leute um mich herum reden, manchmal schwer, mich zu konzentrieren. Ein Großraumbüro wäre aber insofern kein Problem für mich, als dass ich mit Kopfhörern und ein bisschen Musik sehr gut arbeiten kann.“

Finger weg von diesen Schwächen:

„Schokolade“, „Sehschwäche“, „Serienjunkie“ – „Gähn“ wird meist hier die Antwort sein. Ausgelutscht, abhaken. Ausnahme: Dein Gegenüber klopft einen Spruch nach dem anderen. Aber selbst dann solltest du dir etwas Originelleres überlegen.

„Ich habe keine Schwächen“ – das ist Quatsch. Jeder hat Schwächen.

„Ich bin zu perfektionistisch“ – Standard-Antwort, die zu offensichtlich eine Pseudo-Schwäche ist. Genauso wie: „Ich hänge mich bei der Arbeit viel zu sehr rein“.

„Ich bin unpünktlich“ – das hört kein Arbeitgeber gerne.

Vorsicht, Mogelpackung

Vorsicht, Mogelpackung

Die Frage nach Stärken und Schwächen ist schon so oft gestellt worden, dass sie zu Recht als etwas ausgelutscht gelten. Aber die Antworten interessieren, und daher stellen Personaler sie manchmal „durch die Blume“, also anders verpackt. Sei also gefasst auf Fragen wie:

„Erzählen Sie von einer Situation, die Sie besonders gut gemeistert haben. Was glauben Sie woran es lag? Was hätten Sie besser machen können?“

„Was würden Ihre Freunde über Sie sagen, was Sie besonders auszeichnet?“

„Wann haben Sie sich das letzte Mal über sich selbst geärgert und warum?“

„Beschreiben Sie sich mit drei Worten.“

„Welche Eigenschaften würde Ihr Mathelehrer an Ihnen kritisieren?“

„Wenn Sie eine Sache an sich ändern könnten, was wäre das?“

„Was würde Sie beim Arbeiten zum Ausrasten bringen“?

Auch hier gilt: Vorher überlegen, was du darauf konkret antwortest, und im Gespräch immer mitdenken, statt einfach nur blind Schwächen und Stärken aufzählen.

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