Abi und dann…?

Abi und dann…?

Bald hast du dein Abi in der Tasche, weißt aber noch nicht, wie es weitergehen soll? Keine Angst, dir geht es wie vielen anderen, die sich alle die große Frage stellen: Was kommt jetzt? Wenn du dir noch unschlüssig bist, wie es bei dir nun weiter gehen soll, haben wir hier für dich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Alternativen als Entscheidungshilfe für deine Zukunft.

  1. Wo fange ich an?

    Den wichtigsten Grundstein für deine Karriere hast du mit dem Abitur gelegt. Nun kommt es darauf an, deine weitere Laufbahn zu bestimmen. Doch wie fängt man an und woher bezieht man brauchbare Informationen? Vielleicht hast du dich schon im Internet bezüglich einer Ausbildung, eines reinen oder dualen Studiums oder eines Praktikums informiert – bist jedoch überflutet von der Masse an Informationen.

    Damit du direkt nach dem Abitur den richtigen Weg einschlagen kannst, geben wir dir einen Überblick deiner Möglichkeiten und zeigen dir, worauf du besonders achten solltest. Zunächst ist es sinnvoll, sich einige Fragen zu stellen und eine Pro- und Contraliste zu den verschiedenen Alternativen anzufertigen. Das kann dir helfen, um deine Präferenzen und Vorlieben zu erkennen.

  2. Die erste Station deiner Karriere: Die Ausbildung

    Du überlegst, nach dem Abitur erstmal eine Ausbildung zu beginnen – gar keine schlechte Idee! Wenn du sofort praktisch arbeiten möchtest, Aufstiegschancen bevorzugst und finanziell gerne auf eigenen Beinen stehst, ist die berufliche oder schulische Ausbildung eine gute Idee. Auch hier gibt es eine Fülle an verschiedenen Möglichkeiten.

    Duale Ausbildung

    Vielleicht hast du in der Schule oft den Praxisbezug vermisst und warst gelangweilt von der öden Theorie. Mit einer dualen Ausbildung startest du in das Berufsleben und hast sofort Bezug zur Praxis. Du siehst deine Arbeitsergebnisse und wirst entlohnt.

    Dafür musst du:

    • viel Eigeninitiative zeigen,
    • und eigenverantwortlich arbeiten.

    Dennoch bekommst du auch klare Anweisungen und wirst durch die Ausbildung vom Arbeitgeber begleitet. Nach deiner Ausbildung kannst du immer noch studieren. Allerdings kann es sein, dass du nach deiner Ausbildung nicht die gleichen Aufstiegschancen hast wie Studienabsolventen. Für den passenden Beruf ist es auch sinnvoll, deine Fächerkombination im Abitur zu berücksichtigen. Welche Ausbildung für dich als Abiturient richtig ist, kannst du mit unserem Beruf-Check testen. Für die erfolgreiche Bewerbung ist eine überzeugende Bewerbungsmappe samt Anschreiben, Lebenslauf und Bewerbungsfoto ausschlaggebend. Hilfreiche Informationen findest du bei unseren Tipps zur Bewerbung für die Ausbildung.

    Schulische Ausbildung

    Strebst du eine Ausbildung im Gesundheitswesen, Sozialwesen oder aber im Webdesign an, bietet sich die schulische Ausbildung an. Sie findet Vollzeit in Schulform statt und dauert ein bis drei Jahre. Während dieser Zeit erhältst du im Normalfall leider keine Vergütung. Nur einige wenige Ausbildungen, wie die des Krankenpflegers oder des Altenpflegers werden vergütet. Die Berufspraxis wird dir während der schulischen Ausbildung parallel in Form eines Praktikums oder mehrerer Praktika vermittelt. Hier findest du das Wichtigste zur schulischen Ausbildung auf einen Blick.

  3. Eine gute Alternative: das duale Studium

    Hast du dich schon oft gefragt, was genau eigentlich ein duales Studium ist? In einem dualen Studium absolvierst du dein Studium an einer Fachhochschule und arbeitest in regelmäßigen Abständen im Unternehmen, welches dir das Studium finanziert. Damit hast du sofort Praxisbezug zu den Themen, die dir im Studium vermittelt werden. Das duale Studium bietet dir einen perfekten Ausgleich von Theorie und Praxis und damit die nötige Abwechslung im Alltag.

    Für das duale Studium musst du flexibel und stressresistent sein, denn du musst neben dem Studium kurzfristig ins Unternehmen oder aber nach deinem Arbeitstag für Klausuren lernen. Dafür brauchst du den nötigen Biss, Ausdauer und Ehrgeiz und musst dir im Klaren sein, ob du der Aufgabe gewachsen bist. Von dir wird erwartet, dass du stets gute Leistungen erbringst.

  4. Erstmal weg: Work-and-Travel

    Ein Jahr im Ausland kann hilfreich sein, die Zeit bis zur Ausbildung oder zum (dualen) Studium zu überbrücken. Vor allem, wenn du dir noch nicht zu 100 Prozent sicher bist, welchen Weg du nach deinem Abitur einschlagen möchtest. Hier kannst du neue Kulturen sowie Menschen kennenlernen und deine Sprachkenntnisse ausbauen. Vielleicht lernst du im Ausland sogar eine ganz neue Sprache. Und damit du dir das Ganze auch finanziell leisten kannst, bietet dir Work-and-Travel die Möglichkeit, nebenher zu jobben und Geld zu verdienen.

    Aber ist das wirklich das Richtige? Vielleicht hast du im Familien- und Freundeskreis jemanden, der bereits im Ausland war und dir davon berichten kann. Damit deine Reise bestens vorbereitet ist, gibt es professionelle Agenturen, die dir bei der Organisation helfen. Neben dem Work-and-Travel gibt es noch viele andere Wege, im Ausland Erfahrungen zu sammeln. Wenn du gerne mit Kindern arbeitest, kannst du dich als Au-Pair bewerben.

  5. Engagiere dich: das Freiwillige Soziale Jahr

    Das Freiwillige Soziale Jahr ist speziell an Menschen adressiert, die einen Beitrag zur Gemeinschaft und unserer Gesellschaft leisten möchten. Im sozialen Bereich hast du die Möglichkeit, einen Einblick in die verschiedensten Einrichtungen zu bekommen. Du kannst zum Beispiel

    • im Altenheim,
    • im Hospital,
    • in der Kinder- und Jugendhilfe,
    • in Behinderteneinrichtungen
    • und vielen anderen Institutionen arbeiten.

    Oft sind es katholische, evangelische oder wohltätige Trägerschaften der Wohlfahrtsverbände. Für diese Alternative ist es natürlich sinnvoll, wenn du eine ausgeprägte soziale Ader hast, gerne mit Menschen arbeitest oder es dir am Herzen liegt, ihnen zu helfen.

    Für das Freiwillige Soziale Jahr – kurz FSJ – bewirbst du dich direkt bei den Trägern, die die Stellen anbieten. Hier solltest du einen Vorlauf von mindestens sechs bis neun Monaten einplanen. Im Einzelfall sind auch kurzfristige Vergaben möglich. Eine zentrale Vergabestelle gibt es nicht. Das FSJ richtet sich an jeden, der zwischen 15 und 27 Jahren alt ist und dauert meist 12 Monate. Es kann auf 18 Monate verlängert oder auf sechs verkürzt werden.

    Was verdiene ich?

    Vergütet wird das FSJ mit einem Taschengeld. Die Höhe kann der Arbeitgeber selber festlegen, beläuft sich aber im Durchschnitt auf 150 Euro monatlich. Dafür bekommst du zum Teil Verpflegung und Unterkunft gestellt. Außerdem kannst du kostenlos an Seminaren und Schulungen teilnehmen.

    Versichert bist du über den Träger, das heißt, dieser übernimmt die Kosten für die Versicherungen. Während des FSJ hast du einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Kindergeld und auf Urlaub.

    FÖJ

    Neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr. Das FÖJ ist eine gute Lösung, wenn du dich im Umwelt- und Naturschutz engagieren möchtest und eventuell darüber nachdenkst, eine Ausbildung oder ein Studium in diese Richtung einzuschlagen.

    Neben den gängigen Modellen kannst du dich auch hier für ein Jahr im Ausland entscheiden. Es gibt zum Beispiel das Netzwerk WWOOF – World Wide Opportunities On Organic Farms. Dieses ermöglicht dir einen Einblick in alternative und ökologisch nachhaltige Lebensformen auf Farmen oder landwirtschaftlichen Höfen.

    Weitere Möglichkeiten

    Zusätzlich kannst ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege machen oder in den Bereichen Sport, Kultur und Politik tätig werden. Durch das Jahr kannst du abwägen, ob du eine Ausbildung oder ein Studium in einem ähnlichen Fach beginnen möchtest.

  6. Im Job anpacken: Starte mit einem Praktikum

    Mit einem Praktikum schaffst du einen idealen Kompromiss für die berufliche Orientierung, bevor du in das Berufs- oder Studienleben einsteigst. So stellst du fest, ob ein bestimmter Bereich für dich geeignet ist, sammelst Erfahrungen und bekommst einen Einblick in die echte Arbeitswelt. Die Kollegen und Mitarbeiter können dir hilfreiche Tipps für deine Zukunft geben und spannende Eindrücke in ihre Lebensläufe vermitteln.

    Für einige Studiengänge benötigst du zwingend ein Pflichtpraktikum, das du absolvieren musst, um an Universitäten oder Fachhochschulen zugelassen zu werden. Das Praktikum bietet dir auch einen ersten Einstieg in das Unternehmen. Danach hast du die Chance, vom Arbeitgeber in ein Ausbildungsverhältnis übernommen zu werden. Außerdem erhältst du für ein Praktikum auch ein Zeugnis, das innerhalb deines Lebenslaufes eine erste wichtige Station darstellt.

    Let´s get started: Praktikum im Ausland

    Wem das zu langweilig ist, der kann über ein Auslandspraktikum Erfahrungen sammeln. Für erste Informationen gilt hier: direkte Ansprache und zum Hörer greifen zeigen, dass du motiviert bist. Praktika werden nicht immer vergütet, allerdings bieten viele Unternehmen ein Praktikantengehalt an.

    Positiv an einem Praktikum ist, dass du

    • Kontakte knüpfen kannst,
    • verantwortungsvolle Aufgaben übernimmst
    • und dich aktiv in das Team einbringst.

    So erfährst du mehr von deinen Stärken und Schwächen und erkennst, welche Fähigkeiten du besitzt. Bei der Wahl deines Praktikums solltest du dir Gedanken machen und nicht unüberlegt oder voreilig einen Platz wählen, der nur gut klingt, sondern der auch zu deinen eigenen Vorlieben passt.

  7. Lernen, denken, feiern – dein Studium

    Ob ein Studium infrage kommt oder nicht, ist nicht immer leicht zu beantworten. Nicht nur, dass du dich für einen Studiengang entscheiden musst, du musst dir auch noch die richtige Uni und eine Stadt aussuchen. Wegziehen oder bleiben? Ein Studium an der Fachhochschule, der Universität oder der privaten Hochschule? Das sind viele Fragen auf einmal.

    Wichtig für die Orientierung ist, wie du dir dein Studium finanzieren möchtest. Nicht selten jobben Studenten, um sich das Leben im Studium leisten zu können. Dabei ist es wichtig, das Studium nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb musst du diszipliniert und selbstorganisiert sein. An der Universität kannst du dir deinen Stundenplan und die Module selber zusammenstellen, wogegen an der Fachhochschule der Lehrplan oft feststeht. Die Vor- und Nachteile für ein Studium haben wir hier für dich zusammengestellt.

    Solltest du dich für ein Studium entscheiden, hast du die Chance, auch höhere Positionen in Unternehmen zu besetzen, da Absolventen bevorzugt hierfür eingesetzt werden. Vielleicht entscheidest du dich auch für eine akademische Laufbahn. Dann ist der Weg über ein Studium an der Universität genau richtig.

    Haderst du noch mit deiner Entscheidung, weil du dir nicht sicher bist, ob du dir das Studium leisten kannst, obwohl du sehr gute Leistungen im Abitur erbracht hast, gibt es auch die Möglichkeit, über ein Stipendium Gelder zu generieren.

    Hast du deinen Lieblingsstudiengang gefunden, bieten dir manche Universitäten auch ein Schnupperstudium oder Probestudium an. Es lohnt sich, während der Vorlesungszeit in Absprache mit der Studienberatung eine Vorlesung oder ein Seminar zu besuchen. So kannst du erfahren, was gelehrt wird und ob das deinen Vorstellungen entspricht. Vor der Einschreibung oder Bewerbung für den jeweiligen Studiengang ist es ratsam, sich ausführlich über den Studiengang bei der Fachschaft zu informieren. Die Universitäten bieten dazu gute Themenseiten im Internet an. Alternativ kannst du auch Informationsmaterial über die Suche von BACHELOR AND MORE anfordern oder spezielle Infotage besuchen.

    Studieren advanced: Studium im Ausland

    Möchtest du nach deinem Abitur etwas weiter entfernt von Zuhause leben, um zu studieren, gibt es noch die Möglichkeit auf ein Studium im Ausland. Das bietet sich besonders an, wenn du während deiner Zeit in der Oberstufe bereits ein Jahr im Ausland verbracht hast. Wenn du dich dafür entscheidest, muss dir bewusst sein, dass du bei Problemen nicht sofort Zuhause sein kannst. Heimweh ist daher hinderlich und erschwert einen Aufenthalt.

    Wenn du schnell und gerne neue Menschen kennenlernst, dich in einer fremden Umgebung fix zurecht findest und auch anpassungsfähig bist, zögere nicht, dich für ein Studium im Ausland zu bewerben. Ein Auslandaufenthalt ist allerdings auch hilfreich, wenn du nicht gerne auf Menschen zugehst. Nach dem Motto: Augen zu und durch. Nix wie weg kannst du alles hinter dir lassen und im Ausland neue Wege finden.

  8. Weitere Informationsmöglichkeiten

    Das Internet bietet viele Möglichkeiten, dir deine Suche nach dem richtigen Weg zu erleichtern. Gerade deswegen ist es oft schwierig, an die wichtigsten Informationen zu gelangen. Auf AZUBI.DE kannst du nach weiteren Tipps und Themen für die Ausbildung oder das duale Studium stöbern. Die Agentur für Arbeit bietet dir auf ihrer Homepage Hilfe an. Auch empfehlenswert ist, die Firmen direkt zu kontaktieren. Dazu greifst du am besten einfach zum Hörer und rufst die Personalabteilungen der Unternehmen an, um die wichtigsten Ansprechpartner und Informationen zu bekommen.

    Nicht vergessen: Fristen und Termine

    Beachte, dass wichtige Fristen und Termine für die Bewerbung einzuhalten sind. Je nach Unternehmen oder Universität variieren diese Deadlines. Auf den Homepages erfährst du genau, wann spätestens deine Bewerbung einzureichen ist. Auszubildende werden oft zum 01.08. oder später eingestellt. Auch hier empfehlen wir dir, die Stellenanzeigen exakt zu lesen und die Fristen zu beachten.

    Planlos, ziellos, ratlos: die Ungewissheit

    Trotz allem weißt du vielleicht immer noch nicht, was du nach deinem Abitur machen sollst? Keine Angst! Du brauchst nicht nervös werden, denn die Entscheidung ist nicht leicht. Wenn du also immer noch keine Ahnung hast, wo es bald für dich hingehen soll, gibt es auch professionelle Coaching- und Beratungsstellen für Abiturienten oder aber unseren Beruf-Check.

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