Berufsausbildungsbeihilfe
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Berufsausbildungsbeihilfe

Berufsausbildungsbei-hilfe: Finanzspritze für deinen Lebensunterhalt

Berufsausbildungsbei-hilfe: Finanzspritze für deinen Lebensunterhalt

Die Ausbildungsgehälter unterscheiden sich sehr voneinander – wenn dein Herz für eine Friseurlehre, eine Ausbildung zum/zur Floristen/in oder für den Einzelhandel schlägt, können finanzielle Schwierigkeiten die Freude über den Traumberuf schmälern. Die Berufsausbildungsbeihilfe – kurz BAB– schafft Abhilfe: Unter bestimmten Voraussetzungen bekommst du einen Finanzzuschuss, der dich während deiner Ausbildung unterstützt. Hier erfährst du, wie hoch dieser Zuschuss ist, in welchem Fall du ihn für welchen Zeitraum bekommst und welche Pflichten damit verbunden sind.

Dein Anspruch auf Berufsausbildungshilfe

Bekommt jeder die Berufsausbildungsbeihilfe? Nicht ganz – es müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit du von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt wirst. Grundvoraussetzung ist, dass du eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf machst. Außerdem ist entscheidend, dass du während der Ausbildung nicht mehr bei deinen Eltern wohnen kannst, weil dein Ausbildungsbetrieb von dort aus zu schwer zu erreichen ist oder du aufgrund sozialer Schwierigkeiten ausziehen musst. In dem Fall musst du ja selber für ein Zimmer oder eine Wohnung aufkommen und wirst entsprechend unterstützt. Bist du verheiratet oder hast schon ein Kind, bekommst du die Unterstützung auch, wenn du nicht bei, aber in der Nähe der Eltern wohnst.

Außerdem musst du belegen können, dass nicht die Möglichkeit besteht, dass deine Eltern oder dein/e Ehefrau/mann dich bei der Bestreitung deines Lebensunterhaltes unterstützen. Entscheidend ist bei der Berechnung des Anspruches für die Berufsausbildungsbeihilfe sowohl dein Einkommen als auch das Einkommen dieser Personen.

Money, money, money: Jetzt wird gerechnet

Grundsätzlich wird für jeden Einzelfall individuell berechnet, wie viel Berufsausbildungsbeihilfe den Auszubildenden zusteht. Das funktioniert so, dass die Bundesagentur für Arbeit einen Gesamtbedarf errechnet, der für den Lebensunterhalt während der Ausbildung bzw. während des jeweiligen Ausbildungsjahres zugrunde gelegt wird. Von diesem Gesamtbedarf wird das anrechenbare Einkommen des Azubis und der Eltern abgezogen, das durch die Höhe des Einkommens sowie festgelegte Freibeträge berechnet wird. Wenn nach Abzug des anrechenbaren Gehalts ein positiver Betrag übrigbleit, wird dieser Betrag monatlich als BAB ausgezahlt. Für den Gesamtbedarf wird übrigens nur das berücksichtigt, was du tatsächlich benötigst – brauchst du keine Arbeitskleidung, bekommst du dafür auch keinen Zuschuss.

Jetzt wird's konkret: Rechenbeispiel

Jetzt wird's konkret: Rechenbeispiel

Lisa ist 18 Jahre alt, Einzelkind und musste für ihre Ausbildung von Chemnitz nach Berlin umziehen. Sie bekommt für ihre Ausbildung als Arzthelferin im ersten Ausbildungsjahr 430 Euro monatlich. Das Zimmer, in dem sie wohnt, kostet 320 Euro. Ihre Mutter ist Hausfrau, der Vater verdient 2520 Euro. Lisa zahlt für ihr Monatsticket 60 Euro monatlich. Da es ihre erste Ausbildung ist, Arzthelferin ein anerkannter Ausbildungsberuf ist und ihr Wohnort so weit weg ist von ihren Eltern, dass tägliches Pendeln nicht zumutbar wäre, hat sie ein grundsätzliches Anrecht auf BAB. Wie viel das sein wird, wird seit dem 01.08.2016 folgendermaßen berechnet:

Ausgangslage für die Berechnung: Für Lisa’s Lebensunterhalt wird im Monat folgender Bedarf zugrunde gelegt

Grundbedarf: 372 Euro

Mietpauschale: 166 Euro

Zusätzlicher Zuschuss, falls die Miete diese 166 Euro übersteigen (in Lisa’s Fall um 171 Euro): 84 Euro

Bedarf für Arbeitskleidung: 13 Euro

Fahrtkosten zwischen Wohnung und Ausbildungsbetrieb, zum Beispiel Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr: 60 Euro

Gesamt: 695 Euro

Anrechnung des Einkommens von Lisa:

Ausbildungsvergütung: 430 Euro

Abzuziehender Freibetrag, weil eine Unterbringung außerhalb des Elternhauses notwendig ist: - 62 Euro

Anrechenbares Einkommen: 368 Euro

Anrechnung des Einkommens der Eltern:

Einkommen der Eltern: 2520 Euro

Grundfreibetrag Eltern Freibetrag: - 1715 Euro

Freibetrag, da eine Unterbringung von Lisa außerhalb des Elternhauses notwendig ist: - 607 Euro

Einkommen der Eltern abzüglich Freibeträge: 198 Euro

Allgemeiner Freibetrag: - 50%

Anrechenbares Einkommen der Eltern: 99 Euro

Würde der Freibetrag das Einkommen der Eltern übersteigen, würde davon nichts angerechnet.

Betrag der BAB:

Die anrechenbaren Einkommen werden nun vom Gesamtbedarf abgezogen – was übrig bleibt, wird Lisa für die Dauer der Ausbildung monatlich von der Bundesagentur für Arbeit bekommen. Dieser Betrag gilt für das erste Ausbildungsjahr; je nachdem, was Lisa im zweiten Jahr verdient, könnte der Anspruch geringer werden oder ganz erlöschen.

Gesamtbedarf: 695 Euro

Anrechnung Einkommen Azubi: - 368 Euro

Anrechnung Einkommen Eltern: - 99 Euro

Verbleibender Betrag BAB: 228 Euro

Pünktliches Geld ist Gold wert

Die Berufsausbildungsbeihilfe wird dir in der Regel für die ganze Dauer der Ausbildung gezahlt. Achte darauf, dass du rechtzeitig, das heißt vor Beginn der Ausbildung, den entsprechenden Antrag bei der Agentur für Arbeit stellst. Versäumst du es, dich rechtzeitig darum zu kümmern, und beantragst die BAB erst während deiner Ausbildung, bekommst du zwar rückwirkend etwas gezahlt – aber nur für den Monat, in dem der Antrag gestellt wurde.

Da du ja im Laufe deiner Ausbildung immer mehr verdienst, solltest du außerdem beachten, dass sich die BAB immer neu berechnet und unter Umständen dein Anspruch erlischt.

Durchblick im Formalitäten-Dschungel: Diese Unterlagen brauchst du

Wenn du Geld bekommen willst, passiert das natürlich nicht einfach so – es bringt gewisse Pflichten mit sich. Es ist wichtig, dass du wahrheitsgemäße Angaben machst, und sofort Bescheid gibst, wenn sich irgendetwas relevantes bei dir ändert. Dazu gehört zum Beispiel, wenn du deine Ausbildung abbrichst, länger krank bist oder du während der Ausbildung schwanger wirst.

Noch Fragen?

Noch Fragen?

Habe ich auch ein Anrecht auf BAB, wenn ich eine Ausbildung im Ausland mache?

Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein: Wenn du einen Teil deiner Ausbildung im Ausland verbringst, darf der Aufenthalt nicht länger als ein Jahr dauern, und die Dauer muss im Hinblick auf die Ausbildungszeit angemessen sein. Findet die vollständige Ausbildung im Ausland statt, wirst du gefördert, wenn das für dein Berufsziel besonders wichtig ist und dazu einer Ausbildung in Deutschland gleichgestellt ist.

Muss ich die BAB zurückzahlen?

Nein, die BAB musst du nicht zurückzahlen – auch nicht, wenn du deine Ausbildung abbrichst.

Was passiert, wenn ich die Ausbildung abbreche?

Wenn du deine Ausbildung nicht beendest und eine neue beginnst, bekommst du nur nochmal BAB, wenn ein berechtigter Grund für die Lösung des Ausbildungsvertrags besteht. Dazu zählt zum Beispiel, wenn deine Gesundheit bei der Tätigkeit nicht mitspielt.

Wenn ich eine zweite Ausbildung anfange – bekomme ich dann auch BAB?

Das hängt davon ab, ob es einen triftigen Grund gibt dafür, dass du noch eine Ausbildung machst. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn du mit deiner ersten Ausbildung keinen Anspruch auf dem Arbeitsmarkt hast. Das ist eher selten der Fall – eine Alternative könnte Wohngeld sein, das du beantragen kannst, wenn dir „dem Grunde nach“ eben keine BAB mehr zusteht.

Werde ich auch gefördert, wenn ich keine deutsche Staatsbürgerschaft habe?

Ja, auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft kannst du gefördert werden. Hierfür gelten bestimmte gesetzliche Voraussetzungen – zum Beispiel, dass du aus einem EU-Land kommst, einen bestimmten Aufenthaltsstatus besitzt oder ein Elternteil seit mindestens drei Jahren in Deutschland arbeitet. Da die Gesetze und deren Auslegungen sehr vielschichtig sind, informiere dich am besten direkt bei der Bundesagentur für Arbeit.

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