Berufsakademie: Definition und Unterschied zur Hochschule.

Berufsakademie: Definition und Unterschied zur Hochschule.

Du hast gerade dein Abitur gemacht und überlegst nun, ein duales Studium anzufangen? Bestimmt hast du schon davon gehört, dass man auch an einer Berufsakademie ein Studium beginnen kann. Aber was sind die Vorteile, welchen Abschluss kann man an einer Berufsakademie machen und welche Studiengänge kommen dafür in Frage? Wir erklären dir, was eine Berufsakademie ist und was sie von einer Hochschule unterscheidet.

Was ist eine Berufsakademie?

Berufsakademien (BA) sind Bildungseinrichtungen, die ausschließlich duale Studiengänge anbieten und bei denen die Verzahnung von Ausbildung und Studium sehr eng ist. Berufsakademien werden auch als Duale Hochschulen bezeichnet.

Außerdem kann man Berufsakademien zu Fachhochschulen abgrenzen. Wie unterscheidet sich eine BA aber von einer Fachhochschule? An einer Fachhochschule ist der Lehrstoff zwar auf die Praxis bezogen, praktisch anwenden können Studierende alles, was sie lernen, aber nur in Praktika in der Wirtschaft, im Handwerk etc.

An der Berufsakademie bzw. an einer dualen Hochschule, nehmen Studium und Ausbildung gleich viel Zeit und Raum in Anspruch. Der theoretische Teil und die Praxisphase im Unternehmen während des Studiums an der Hochschule wechseln sich alle drei Monate ab.

Berufsakademien in verschiedenen Bundesländern.

Duale Hochschulen gibt es in fast allen Bundesländern. Da Bildung in Deutschland aber Ländersache ist, ist die Ausgestaltung der BA nicht überall gleich.

Staatliche Berufsakademien bzw. Duale Hochschulen

  • Baden-Württemberg

  • Sachsen

  • Thüringen

  • Berlin (einzelne duale Studiengänge an einer Hochschule aber nach dem Konzept einer Berufsakademie)

Privat finanzierte Berufsakademien

  • Hessen

  • Niedersachsen

  • Hamburg

  • Saarland

  • Schleswig-Holstein

ACHTUNG

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gibt es auch „Berufsakademien“, diese sind allerdings nur Schulen für Ausbildungsberufe und keine dualen Hochschulen.

Voraussetzungen zum Studieren an einer Berufsakademie.

Studierende müssen mit einem Ausbildungsbetrieb als Praxispartner einen dreijährigen Ausbildungsvertrag abschließen und können sich dann für ein Duales Studium bewerben. Außerdem brauchen Bewerber einen Nachweis der fachgebundenen oder der allgemeinen Hochschulreife (Abitur).

Der Ausbildungsbetrieb muss aber auch einige Voraussetzungen erfüllen. Er muss zum Beispiel die personellen Voraussetzungen erfüllen, um den Studierenden gut zu betreuen und anzuleiten. Außerdem muss er eine sachliche Eignung haben. Das bedeutet, dass er die Ausbildungsinhalte vermitteln kann, die in den Studien- und Ausbildungsplänen des jeweiligen Studienfachs festgelegt sind.

Mögliche Studiengänge.

Für ein Duales Studium gibt es die Bereiche Sozialwesen, Technik und Wirtschaft. Zum Teil sind sie im Bachelor-Studium in weitere Fachbereiche aufgegliedert.

Folgende Bachelor-Studiengänge werden für ein Duales Studium angeboten:

Sozialwesen

Technik

Wirtschaft

Gehalt im Unternehmen während des Studiums.

Beim Studieren erhältst du von deinem Ausbildungsbetrieb während der Ausbildung eine feste Vergütung wie in einer klassischen Ausbildung. Dadurch erlangst du im besten Fall von Anfang an finanzielle Unabhängigkeit.

Wie viel Gehalt du bekommst, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Ausbildungsjahr
  • Betrieb bzw. Unternehmen
  • Bundesland
  • Beruf bzw. Fachrichtung
  • Tarifbindung oder ohne

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Je nachdem, wie deine Situation ist, kannst du außerdem Wohngeld, Kindergeld oder BAföG beantragen, um dein Studium an einer Berufsakademie zu finanzieren.

Abschluss nach einem Studiengang an einer BA.

Wenn du nach drei Jahren dein Studium und dein Ausbildung abgeschlossen hast, erhältst du bei staatlichen Berufsakademien eine staatliche Abschlussbezeichnung: Diplom-… (BA).

Bei privat finanzierten Berufsakademien bekommst du den staatlichen Abschluss Bachelor – allerdings nur, wenn es sich um einen akkreditierten Studiengang handelt.

Auch wenn diese Abschlüsse denen der Universitäten und Fachhochschulen sehr ähnlich sehen, handelt es sich jeweils nicht um einen akademischer Grad, sondern um eine sogenannte staatliche Abschlussbezeichnung.

Seit der Bologna-Reform sind die Bachelorabschlüsse der Berufsakademien nun aber denen der Hochschulen gleichgestellt. Trotzdem ist es ratsam, dass du dich genau über den Abschluss des angestrebten dualen Studiums informierst, denn vereinzelt existieren die Diplom BA-Abschlüsse der Berufsakademien noch. Mit denen ist es aber nicht möglich, ein weiterführendes Studium oder sogar eine Promotion aufzunehmen. Ein Duales Studium mit einem guten Bachelor-Abschluss öffnet dir aber in jedem Fall viele Türen und gibt dir beste Berufsaussichten.

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